Ernährungsspezifischer Nutzen von Fruchtsaft

Ernährungsspezifischer Nutzen von Fruchtsaft

DER EFFEKT DER VERARBEITUNG AUF DIE STEIGERUNG DER BIOVERFÜGBARKEIT VON SEKUNDÄREN PFLANZENSTOFFEN IN FRUCHTSAFT

Fruchtsaft, insbesondere Orangensaft, ist eine wertvolle Quelle von Nähr- und Bioaktivstoffen wie etwa Carotinoiden und Flavanonen.

Carotinoide und Flavanone sind in Fruchtsaft bioverfügbar. Bioverfügbarkeit ist der Grad, in dem Nährstoffe für die Aufnahme und Verwertung im Körper zur Verfügung stehen.

Fruchtsaft weist eine der ganzen Frucht ähnliche Bioverfügbarkeit von Flavanonen auf, jedoch eine höhere Bioverfügbarkeit von Carotinoiden.

Industriell hergestellter Fruchtsaft schneidet hinsichtlich der Flavanonaufnahme und -metabolisierung im Vergleich zu frisch gepresstem Saft gut ab, was nahelegt, dass er in Bezug auf Bioaktivsto e einen ähnlichen Nährwert aufweist.

Verschiedene Studien haben den potenziellen Gesundheitswert von Bioaktivstoffen, wie sie in Fruchtsaft vorkommen, bestätigt. Bisher wurden jedoch noch keine Health Claims für Citrusflavonoide genehmigt.

FRISCH GEPRESSTER ORANGENSAFT

INDUSTRIELL HERGESTELLTER ORANGENSAFT

3,6-fach

höherer Gehalt an Flavanonen
Gehalt an Flavanonen:

16 mg

Gehalt an Flavanonen:

58 mg

1,6 mg

2,2 mg

0,7 mg

2,6 mg

5 mg

2,3 mg

1,6-fach höhere Bioverfügbarkeit
2,3-fach höhere Aufnahme über den Darm
3,2-fach höhere Ausscheidung
Forschungsergebnisse zeigen, dass Darmabsorption und Urinausscheidung nach dem Genuss von industriell hergestelltem gegenüber frisch gepresstem Fruchtsaft signifikant höher sind. Insgesamt ergibt sich daraus eine 1,6-fach erhöhte Bioverfügbarkeit.

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Schlussfolgerung

Ernährungsleitlinien empfehlen üblicherweise, den Vitamin- und Mineralstoffbedarf mit reichlich Obst und Gemüse zu decken. Fruchtsaft weist eine hohe Dichte an bestimmten Mikronährstoffen auf. Ihr Verzehr wird mit einer höheren Wahrscheinlichkeit, die Ernährungsempfehlungen im Hinblick auf Vitamine und Mineralstoffe umzusetzen, in Verbindung gebracht. Bedenken, dass der natürliche Zuckergehalt sich nachteilig auf die Qualität der Ernährung oder die Energieaufnahme auswirken könnte, sind unbegründet. Fruchtsäfte können als „Quelle“ wichtiger Mikronährstoffe deklariert werden. Zudem weisen einige der in Fruchtsaft enthaltenen Nährstoffverbindungen eine höhere Bioverfügbarkeit auf als die der entsprechenden frischen Ausgangsfrüchte.

Quellen:

Annex XIII of Regulation 1169/2011

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